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Schlechte Grabenpflege lässt die Situation auf den Feldern eskalieren

Perleberg, den 16.08.2011

Auf der gestrigen Präsidiumssitzung des LBV Brandenburg, zu der Minister Vogelsänger eingeladen war, spielte vor allem die besorgniserregende aktuelle Ernte- und Wettersituation eine große Rolle.

 

Die Niederschläge in den vergangenen Tagen und Wochen haben zu ansteigenden Grundwasserständen und teils überschwemmten Weiden und Feldern, aber auch vollgelaufenen Kellern geführt. Auf etlichen Getreidefeldern ist mit Verlusten von bis zu 80% zu rechen.

 

Die Ursachen für die Überschwemmungen sieht der Bauernverband zum Teil in den heftigen Niederschlägen. „Die Auswirkungen wären aber sicher nicht so stark“, so Udo Folgart, „wenn mit rechtzeitigen Grabenberäumungen ein schnellerer Abfluss gewährt werden könnte. Beispiele von beräumten und unberäumten Gräben – in derselben Region - zeigen deutlich die unterschiedliche Wirkung“.

 

Das Präsidium dankte ausdrücklich den Wasser- und Bodenverbänden, die in den letzten Wochen ihr (finanziell) Möglichstes getan haben, um den Wasserabfluss zu beschleunigen

 

Der LBV sieht seit dem vergangenen Jahr zwar durchaus Fortschritte, trotzdem fühlen sich Landwirte und Bewohner des ländlichen Raumes häufig mit ihren Sorgen alleine gelassen. Auf großes Unverständnis stößt, dass Deichreparaturen nur zögerlich angegangen werden und eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Wasser- und Bodenverbände nicht von vornherein gesichert ist. Es wird berichtet, dass diese z.B. für die Krautung der Gräben nur 70% der „normalen“ Mittel zur Verfügung hätten.

 

Gerade angesichts der von Wissenschaftlern prognostizierten zunehmenden Extremwetterereignisse ist es notwendig, die wasserbaulichen Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen und auszubauen. Eine effektive zweiseitige Wasserregulierung ist notwendig und machbar. „In einem abgestimmten, koordinierten und leistungsfähigen Gewässerbewirtschaftungskonzept sollte das Wohl und der Schutz der Menschen und des Eigentums an erster Stelle stehen“, betont Folgart.

 

Überzogene Anforderungen hinsichtlich des Naturschutzes müssen dringend überprüft werden. Z.B. wurde der Biberschutz genannt, der dazu führt, das zusätzlich Flächen überschwemmt werden, die Kosten für den Hochwasserschutz und für die Gewässerunterhaltungsverbände ins Unvertretbare steigen und der Schutz der Menschen und des Eigentums ins Hintertreffen gerät.

 

Die Forderungen des im Februar verabschiedeten Positionspapieres wurden nochmals bekräftigt und ein Kurswechsel hin zu mehr Verantwortung für die Menschen entlang der Flussläufe und für den Erhalt der von Menschen geschaffenen Kulturlandschaft gefordert.

 

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Holger Brantsch, Pressesprecher des LBV; Tel 0 33 28  -  31 92 04 oder - 201 oder   0151 – 12218693